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Anna Gavalda Ich habe sie geliebt
Artikel vom 21.12.2011, von Dietrich
Der Roman "Ich habe sie geliebt" von Anna Gavalda, handelt von einer Frau und einem Mann, die aus verschiedenen Generationen stammen, aber durch das Schicksal miteinander verbunden sind. Denn der Mann ist Pierre, der Schwiegervater der Frau Chloe, die von dessen Sohn Adrien, ihrem Ehemann, wegen einer anderen Frau sitzen gelassen wurde. Bisher hatte Chloe ihren Schwiegervater immer als sehr distanziert und kühl empfunden, doch als er sie mit ihren beiden Töchtern fürs Wochenende in sein Landhaus einlädt, zeigt er sich von einer völlig anderen Seite. Pierre schüttet ihr, in dem Versuch sie zu trösten, sein Herz aus und erzählt von dem Geheimnis seines Lebens. Er war seiner Frau nicht immer treu, hatte eine heimliche Geliebte, die die Liebe seines Lebens war und hat doch seine Träume nie gelebt. So finden die beiden, trotz ihrer gegensätzlichen Schicksale, doch immer mehr Gemeinsamkeiten. Diese Geschichte von Anna Gavalda Ich habe sie geliebt, wird von der Autorin sehr behutsam und respektvoll erzählt. Zwar ist sie romantisch und auch poetisch, doch niemals zu überladen. Aus der Ich-Perspektive erzählt Chloe, wie sie die Bekenntnisse ihres 60-jährigen Schwiegervaters, über dessen Feigheit sich zu seiner großen Liebe Mathilde zu bekennen und seine abgestorbene Ehe mit Suzanne zu beenden, aufnimmt. Auch wie sie langsam zu der Erkenntnis gelangt, dass ihr Ehemann eigentlich das Richtige tat, als er den Mut aufbrachte, sich zu dessen großer Liebe zu bekennen, wird in Anna Gavalda Ich habe sie geliebt sehr einfühlsam dem Leser vermittelt. Letztendlich kann Pierre Chloe davon überzeugen, dass Adrien sie nicht richtig geliebt und wertgeschätzt hat. Sie kommt zu der Überzeugung, dass sie mehr Wert ist, als ihr Ehemann ihr hätte geben können. Angesichts der ständig steigenden Scheidungsraten ist es nicht verwunderlich, dass dieser Roman eine ganze Weile in den französischen Bestsellerlisten auf Platz 1 war. Ob ihm dies nun auch in Deutschland gelingt, bleibt abzuwarten. Lesenswert ist er aber in jedem Fall, auch für Lesebegeisterte, die nicht gerade in einer Liebeskrise stecken.
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